Was Amber Mill von anderen Lithiumdisilikat-Blöcken unterscheidet: Die Transluzenz ist nicht fix im Block eingestellt, sondern wird über die Kristallisationstemperatur gesteuert. Ein einziger Block deckt so fünf definierte Transluzenzstufen ab – von HT+ (transparentes Schmelzniveau) bis MO (opakes Dentinniveau). Das reduziert die nötige Blockvielfalt im Lager spürbar und verhindert Engpässe im Tagesablauf.
Lithiumdisilikat im CAD/CAM-Ablauf – was Amber Mill anders macht
Im digitalen Labor beginnt die Restauration am Scanner und endet im Brennofen. Dazwischen stehen Design, Fräsen und der Kristallisationsbrand. Amber Mill ist für genau diesen Ablauf entwickelt worden – mit einem Materialprofil, das beim Schleifen anders reagiert als nach dem Brand.
Vor dem Brand ist der Block bewusst weicher gehalten. Das klingt zunächst kontraintuitiv, hat aber einen konkreten Vorteil beim Fräsen: Kanten bleiben stabil, Ausbrüche sind seltener, die Passform kommt präziser aus der Maschine. Wer bisher mit spröderen LS2-Blöcken gearbeitet hat, merkt den Unterschied besonders bei dünnen Veneers und feinen Randgeometrien.
Nach der Kristallisation kehrt sich das Bild um: Das Material erreicht über 450 MPa, die Glasmatrix ist vollständig ausgebildet. Der entscheidende Parameter für das Ergebnis ist die Temperatur beim Transluzenzbrennprogramm. Höhere Temperaturen erzeugen gröbere Kristallstrukturen, die Licht stärker streuen – das Ergebnis wird opaker. Niedrigere Temperaturen liefern feinere Strukturen und mehr Lichtdurchlässigkeit. Diese Steuerung erfolgt in einem Bereich von 840 °C (HT+) bis 870 °C (MO), wobei jede Stufe ein eigenes, reproduzierbares Ergebnis liefert – vorausgesetzt, der Ofen ist kalibriert.
Für die Transluzenzsteuerung gilt: Temperatur und Haltezeit zusammen bestimmen das Ergebnis. Wer eine Zwischenstufe erreichen möchte, kann die Temperatur schrittweise anpassen. Das Calibration Kit von HASS hilft dabei, den eigenen Ofen auf Amber Mill einzumessen – eine Investition, die sich bei regelmäßigem Einsatz schnell amortisiert.
Systemintegration & Support
Amber Mill lässt sich in gängige CAD/CAM-Systeme integrieren. Die Verarbeitung erfolgt durch Nassschleifen. Für den Kristallisationsbrand sind im Manual dokumentierte Programmparameter für DEKEMA Austromat 624i/654, Ivoclar Vivadent Programat CS und VITA VACUMAT hinterlegt. Andere kalibrierte Keramiköfen lassen sich mit Hilfe des Amber Mill Calibration Kit einmessen.
Ein Punkt, der in der Praxis regelmäßig Fragen aufwirft: die Ofenkalibrierung. Jeder Ofen verhält sich etwas anders, und selbst baugleiche Geräte im selben Labor können abweichen. HASS empfiehlt eine Kalibrierung bei Inbetriebnahme eines neuen Ofens und danach mindestens alle sechs Monate.